Wählergemeinschaft

Gründung Dorfgemeinschaft Lagershausen  
Die frühere selbständige Gemeinde Lagerhausen verlor mit der Eingemeindung in die Stadt Northeim Anfang der Siebziger Jahre Ihre gewählte politische Vertretung. Die bis 1996 gültige Niedersächsische Gemeindeordung (NGO) sah für Ortsteile unter 400 Einwohnern nur einen vom Rat gewählten Ortsvorsteher vor. Dieses Schicksal traf Lagershausen mit seinen etwas über 300 Einwohnern über 20 Jahre.  
Durch die Änderung der NGO im Jahr 1996 sollte es auch den Bürgern von Lagershausen möglich werden, einen Ortsrat zu wählen.  
Aus diesem Grund lud die Stadtverwaltung am 13. Mai 1996 alle Lagershäuser  in die Gastwirtschaft Heidelberg zu einer Bürgerversammlung ein. In dieser Veranstaltung wurde die Bürgerschaft von Lagershausen über die Möglichkeit der Bildung eines Ortsrates informiert. Nach einer kontroversen Diskussion sprach sich die  Mehrheit der Anwesenden für die Bildung eines Ortsrates mit fünf Mitgliedern in Lagershausen aus.  
In der vorgenannten Versammlung wurde es deutlich, dass die Lagershäuser Bürgerschaft sich keine Parteienwahl wünschte, sondern die Aufstellung einer Wählerliste. Am 30. 5. 1996 fand daher wieder im Saal der Gastwirtschaft Heidelberg die Gründung der „Dorfgemeinschaft Lagershausen“ statt. Die 50 anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner legten folgende Punkte fest:
  ·        Die Ortsratskandidaten sollen sich für die Belange der Ortschaft unabhängig von parteipolitischen Zielen einsetzen.
·        Mindestens einmal im Jahr findet eine Versammlung der Bürgerschaft statt, in der die Ortsratsmitglieder der Wählergruppe über Ihre Arbeit berichten und Auskunft über die Verwendung von Geldern geben.
·        Die Ortsratsmitglieder spenden einen Teil Ihrer Sitzungsgelder. Über die Verwendung entscheiden die Ortsratsmitglieder der Wählergruppe eigenständig.  

Vorbereitung für die erste Ortsratswahl am 15. 9. 1996
Für die Aufstellung eines Wahlvorschlags zur Kommunalwahl am 15. 9. 1996 wurde eine Liste mit zehn Kandidaten für den Ortsrat in geheimer Abstimmung gewählt.  
 Vor der Zulassung zur Wahl war noch ein großer Papierkrieg zu führen. Es mussten Unterstützungsunterschriften gesammelt werden. Jeder Kandidat musste seine Einwilligung geben. An Eidesstatt musste versichert werden, dass die Kandidatenkür in geheimer Wahl erfolgte usw.. Außerdem musste noch eine Abkürzung für die Wählerliste gefunden werden. So wurde aus der Dorfgemeinschaft Lagershausen die DGL.  
Am 15. 8. 1996 passierte der Wahlvorschlag ohne Beanstandungen die Sitzung des Gemeindewahlausschusses und war damit zugelassen. Weitere Wahlvorschläge für den Ortsrat Lagershausen wurden nicht eingereicht.
Am 15. September 1996 wurde erstmals in Lagershausen ein Ortsrat gewählt. Von 247 Wahlberechtigten gaben 202 (81,8 %) ihre Stimme ab. Gewählt wurden folgende Mitglieder des neuen Ortsrates:  
 Hans-Henning Meinecke  
Werner Kammeyer  
Gerhard Wicke  
Karl-Heinz Heere 
Friedrich Seeger
 
Weitere Legislaturperioden
Seit dieser Wahl hat die Wählergemeinschaft an vier weiteren Ortsratswahlen in Lagershausen teilgenommen und zwar in den Jahren 2001, 2006, 2011 und 2016. Die Dorfgemeinschaft Lagershausen stellte jedes Mal alle fünf Ortsratsmitglieder.
Die Arbeit des Ortsrates ohne Einbeziehung von Parteien hat sich bewährt.
Für die Wahl 2006 wollte die DGL den Sprung in den Stadtrat wagen. Dies scheiterte jedoch, mit der Erfahrung, dass man bei den Ortsratswahlen bleiben sollte.